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Kalterer See - Zwischen Schlössern und Burgen

 

IMG 9310 thumbZahlreiche Schlösser und Burgen umgeben den See. Einge von ihnen können auch besichtigt und nach einem schönen Spaziergang zu Fuß erreicht werden.

Auf einen der Gipfel des Mitterbergs erheben sich die Überreste der Leuchtenburg, einer Ruine, deren ursprüngliche Anlage auf die Zeit vor dem 12. Jahrhundert zurückgeht. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass die erste Bebauung noch viel weiter zurückliegt: Die Gegend ist voller Überreste von Befestigungsanlagen aus rätischer Zeit, die später von den Römern umgestaltet wurden. Ursprünglich im Besitz der Herren von Rottenburg, wurde die Leuchtenburg 1339 vom Bischof von Trient erobert. Sie wechselte dann mehrmals den Besitzer, bis sie 1610 endgültig aufgegeben wurde.
Für den Betrachter interessant sind sowohl die Reste der äußeren Dekoration wie auch die der Fresken im Inneren, dazu eine prähistorische Verteidigungsmauer entlang der Straße, die zu den Ruinen führt.

Ebenfalls auf dem Mitterberg, nur wenig unterhalb der Leuchtenburg, stehen auch die Ruinen der Laimburg, deren Ursprung auf das 13. Jh. zurückgeht. Einst von den Herren von Laimburg als Residenz erbaut, wurde die Burg für kurze Zeit als Gerichtssitz von Kaltern genutzt und dann im 17 Jh. aufgelassen.
Von der Laimburg stehen nur noch die Umfassungsmauern und der große Wehrturm.



schloesser-1 In der Nähe von Eppan befindet sich Burg Hocheppan, ein beeindruckendes Bauwerk, das auf der Spitze einer steilen Felswand thront. Es handelt sich um eine der bedeutendsten mittelalterlichen Verteidigungsanlagen Südtirols. Nachdem der Burghügel bereits vor etwa 2000 Jahren in rätischer Zeit besiedelt worden war, wurde die mittelalterliche Festung von Graf Ulrich II. angelegt. In der Folge wechselten die Besitzer mehrmals, bis 1911 die Grafen Enzenberg übernahmen, welche die Burg durch Konsolidierungsarbeiten zugänglich machten.
Der Zugang zur Burg wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgestaltet. Von Norden her ist er durch verschiedene Vorwerke und spätmittelalterliche Wachtürme geschützt. Außerhalb des Mauerrings diente ein Turm mit halbkreisförmigem nach innen geöffnetem Grundriss als Waffenarsenal. Der sehr gut erhaltene Hauptbau wird von einem hohen fünfeckigen Bergfried dominiert.
In die Burg integriert, aber aus älterer Zeit stammend (1131), findet sich auch eine kleine Kapelle mit rechteckigem Grundriss, seitlichem Eingang und drei Apsiden im Mauerwerk einer der kurzen Seiten. Die Fresken im romanischen Stil an den Innen- und Außenmauern gehören zu den besterhaltenen Tirols und zeigen sowohl sakrale als auch profane Motive.
Wenige Minuten von der Burg entfernt erhebt sich ein weiterer alleinstehender Turm mit viereckigem Grundriss, der unter der Bezeichnung Kreideturm bekannt ist, vielleicht wegen des ursprünglich weißen Putzes, von dem noch Spuren zu sehen sind. Der Turm verfügt über zwei Öffnungen: eine im Vergleich zum Boden erhöhte und eine zweite mit Rundbogen, die Zugang zu dem verschwundenen Wehrgang gewährte.
Nicht weit davon entfernt erhebt sich Schloss Boymont. Das Schloss wurde 1230 von Mitgliedern der Familie der Grafen von Eppan erbaut und wahrscheinlich um 1240 den Herren von Boymont überlassen, um schließlich im Jahr 1413 an Ulrich Kässler überzugehen. 1742 wurde das Schloss von einem Brand verwüstet, der vermutlich aufgrund von Erbstreitigkeiten gelegt worden war. Es verfiel zur Ruine, obwohl es in der Folge noch öfters die Besitzer wechselte, unter denen sich einige der bedeutendsten Adelsfamilien Südtirols befanden. Erst im Jahr 1977 wurde das Schloss von seinem neuen Besitzer so weit konsolidiert, dass die noch erhaltenswerten Teile restauriert und neue, leicht zu erkennende Bauten hinzugefügt wurden. Somit konnte es wieder genutzt und besucht werden.
Die ursprünglich romanische Schlossanlage ist durch ihre perfekt viereckige Form und die klaren und schlichten Bauelemente gekennzeichnet. Trotz seiner Verteidigungsposition diente das Schloss vor allem Wohnzwecken und nur marginal der militärischen Kontrolle der umliegenden Gegend.
Interessant für den Betrachter sind die sehr schönen dreibogigen Fenster in der Umfassungsmauer des Palastes an der Südwestecke und der wuchtige Wehrturm im Nordosten der Anlage mit seiner großen Bogenöffnung ebenso wie der kleinere Turm im Nordwesten und die Kapelle über dem Eingang im ersten Stock, von dem die Apsis fast vollständig erhalten ist.

Nur wenig unterhalb von Schloss Boymont befindet sich Schloss Korb, ein Adelswohn­sitz, den die Familie Korb etwa im 13. Jh. erbauen ließ (der älteste Teil, nämlich der Turm, stammt zirka aus dem Jahr 1236). Auch dieser Besitz lag im Lauf der Jahrhunderte in verschiedenen Händen.

schloesser-2 Auf der gegenüber liegenden Talseite, in der Nähe von Terlan, liegt Schloss Greifenstein, das auch als"Castel del Grifo" oder als Sauschloss bekannt ist. Die Ruine erhebt sich auf einem Felssporn mit sehr steil abfallenden Wänden. Das Schloss wurde vom Grafen Arnold III. von Morit-Greifenstein erbaut und 1158 zum ersten Mal erwähnt. Im Verlauf der Auseinandersetzungen zwischen dem Graf von Tirol und dem Bischof von Trient im Jahr 1275 wurde die Burg zerstört, aber 1334 wieder aufgebaut. Nachdem sie 1348 durch einen Brand erneut verwüstet wurde, hat man sie 1363 wieder aufgebaut. Sie ging im späten 13. Jahrhundert in den Besitz der Herren von Starkenberg über.

In der gleichen Gegend steht auch Schloss Neuhaus oder "Casanova" bzw. Maultasch, ein mittelalterliches Schloss, das ebenfalls auf einem Bergsporn erbaut wurde. Stehengeblieben ist nur der Hauptturm mit viereckigem Grundriss und vier Stockwerken, von denen das letzte als Wohnung diente.
Erbaut wurde es von den Grafen von Tirol, wahrscheinlich vor 1206, dem Jahr, in dem es zum ersten Mal erwähnt wurde. Im Jahre 1270 fiel es den Kämpfen zwischen Mainard II. von Görz-Tirol und dem Bischof von Trient zum Opfer und wurde zerstört. 1320 wurde es von Chrstian von Sarnthein wieder aufgebaut und erweitert, und diesem Bauherrn ist wahrscheinlich auch der heute noch sichtbare Turm zu verdanken. 1382 erwarben die Herren von Niederthor das Schloss, bauten es nach ihrem Geschmack um und fügten einige kleinere Bauteile hinzu. 1572 ging Schloss Neuhaus an die Payrsberg über, die es so befestigten, dass es auch den neuen Belagerungswaffen standhalten konnte. Aber schon 1700 war es erneut dem Zerfall preisgegeben.